Zielsetzung und Inhalte der Phase

"Ein soziales System, das in einer unkontrollierbaren, veränderlichen Umwelt bestehen will, benötigt eine generalistische Erwartungsstruktur, die invariant gehalten werden kann und trotzdem elastisch genug ist, um differenzierte Reaktionen zu erlauben." (Niklas Luhman, 1964)
Methodischer Ansatz

Dieses Zitat von Niklas Luhmann ist für diese Phase der konzeptionelle Auftrag schlechthin. Die Herausforderung besteht nun darin, die identifizierten Jobs-To-Be-Done in ein invariantes und elastisches Geflecht an Normen zu giessen.

Invariant und elastisch - wie kann dieses Oxymoron mit eleganten Mitteln gelöst werden?

Zero-G-Contracts

Einen Lösungsansatz stellen die Zero-G-Contracts dar. "Schwerelose" Verträge, die starr und elastisch zugleich sind. Starr im Sinne einer verlässlichen Erwartungsstruktur bzw. Systemgrenze,  elastisch in dem Sinne, dass Dinge erlaubt sein müssen, die angebracht oder nützlich, aber eigentlich verboten sind.

Normen und Normverstösse als Mittel der Strategiedurchsetzung

Dies soll in keinem Fall ein Aufruf zur Verletzung von Normen sein. Aber für unser Bild von einer neuen, auf Job-To-Be-Done und dem relativen Fortschritt unserer Kunden basierenden, Organisation, muss es ein Schlupfloch für "brauchbare Illegalität" geben. Handlungen, die dem Kundenfortschritt dienen, jedoch gegen eine interne Norm verstossen, dürfen im Rahmen gewisser Elastizitäten nicht sanktionierbar sein. Selbst für gesetzliche Normen des täglichen Zusammenlebens gibt es "brauchbare Illegalität". Niemand wird wegen Sachbeschädigung belangt, wenn er ein Fenster einschlägt, um das Leben eines Menschen zu retten. Das Beispiel klingt so selbstverständlich, dass man jede andere Reaktion als Straffreiheit für das Einschlagen des Fensters als grobe Ungerechtigkeit empfinden würde. Doch in Organisationen und Unternehmen herrscht diese "Ungerechtigkeit" in vielen Fällen vor. Man muss sich für Handlungen rechtfertigen. Eine Kompetenzüberschreitung wiegt schwerer, als das, was man durch die "illegale" Handlung an Positivem erreicht hat.



Ergebnisse und Übergang in die nächste Phase

Ergebnisse

Im Modul "Zero-G-Contracts" geht es zunächst einmal um den normativen Rahmen. Um das "illegale Verhalten" kümmern wir uns im Modul "ComPass".

Am Ende dieses Moduls verfügen wir über ein grundlegendes Set an Zero-G-Contracts, die auf den Jobs-To-Be-Done der Organisation aufbauen. Sie sind das moderne Äquivalent für den "sachlogischen" Teil der Strategieimplementierung.

Wesentliches Ergebnis wird neben den Normen die Einordnung der Normen in Cluster sein. Diese Cluster systematisieren die Verhaltenserwartungen und spielen später eine wichtige Rolle, wenn es um das Durchbrechen von Normen geht.

Übergang in die nächste Phase

Normen (in Form von Zero-G-Contracts) sowie das Cluster, welches in orbitaler Form dargestellt wird, stellen das Resultat dieser Phase und zugleich die Basis für das Modul R04 dar.



Tools & Methoden

Im Modul R03 werden vor allem folgende Methoden und Theorien angewandt:

  • Theorie der Sozialen Systeme sowie Funktionen und Folgen formaler Organisation (nach Niklas Luhmann)
  • Klassische Theorien der Organisationslehre
  • JTBD Job-Descriptions (aus JobsTalk explore)
  • Modelle aus dem Strategieprozess (u.a. Michael Porter)
  • Erkenntnisse aus der Erforschung des Limbischen Systems des Menschen
  • Indifferenzkurven-Modell



Roadmap

Sprint Roadmap R03

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R03 | Woche 1

Ziel | Ableitung eines übergeordneten normativen Rahmens auf Basis des Visionboards sowie der identifizierten Jobs-To-Be-Done (Systemgrenzen)
01 R Vorbereitung
02 O Erarbeitung der generellen Verhaltenserwartungen an die neue Organisation - Tag 1 (Basis = Visionboard)
03 O Erarbeitung der generellen Verhaltenserwartungen an die neue Organisation - Tag 2 (Basis = Visionboard)
04 O Einführung in den Norm-Begriff, wie dieser für Zero-G-Contracts verwendet werden muss
05 R Entwurf eines Job-basierten Clusters als Basis zur systematischen Einordnung von Verhaltensnormen - Teil 1 (Basis = decodierte Jobs-To-Be-Done)
     
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R03 | Woche 2

Ziel | Prototyische Entwicklung eines Handlungsrahmens basierend auf Zero-G-Contracts
06 R Entwurf eines Job-basierten Clusters als Basis zur systematischen Einordnung von Verhaltensnormen - Teil 2 (Basis = decodierte Jobs-To-Be-Done)
07 O Offsite - Erarbeitung des Cluster-Systems für Normen sowie Entwurf der Zero-G-Contracts (Top-Down)
08 O Offsite - Erarbeitung des Cluster-Systems für Normen sowie Entwurf der Zero-G-Contracts (Top-Down)
09 O Offsite - Erarbeitung des Cluster-Systems für Normen sowie Entwurf der Zero-G-Contracts (Top-Down)
10 R Wrap-up und Ergebniskonsolidierung
     
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R03 | Woche 3

Ziel | Finalisierung der Start-Clusters sowie der zugeordneten Zero-G-Contracts
11 R Finale Konstruktion der Start-Clusters
 12 R Einordnung der Zero-G-Contracts in die Start-Cluster / erste logische Testläufe
 13 K Einordnung der Zero-G-Contracts in die Start-Cluster / erste logische Testläufe
14 R Erstellung der final Drafts für die Zero-G-Contracts
15 K Vorstellung und Freigabe des Start-Setups

 

R = Remote am Standort des Anbieters, K = vor Ort in den Räumen des Auftraggebers, O = Offsite / externer Veranstaltungsort | projektindividuelle Anpassungen des Plans durch Auftragnehmer sind situationsbezogen möglich.